Janna Horstmann, Omar El-Saeidi | Foto Axel J. Scherer 

Medea

Ein Projekt von und mit geflüchteten Theaterkünstlern

Unter dem Arbeitstitel Neue Heimat wollten wir geflüchteten Künstlern die Möglichkeit bieten, gemeinsam mit unserem Ensemble
am Theater Oberhausen eine Produktion im Großen Haus zu realisieren. Zusammen mit der jungen syrischen Regisseurin
Wihad Suleiman begannen wir, über den Mythos von Medea zu sprechen, die in heftiger Liebe zu Jason entbrannt ist und seinetwegen
ihre Heimat und ihre Familie verrät. Sie bricht alle Brücken hinter sich ab und flieht mit ihrem Geliebten in die Fremde. Nach langer Irrfahrt finden die beiden mit ihren zwei Kindern Asyl bei König Kreon in Korinth. Alles scheint sich endlich zum Guten zu wenden. Aber dann soll Jason Kreons junge Tochter Glauke heiraten. Damit winken ihm eine neue Heimat und eine verlockende Machtstellung in Korinth. Jason stimmt der Heirat zu. Angeblich, um seine Familie zu schützen. Oder ist ihm Medea längst lästig geworden? Kreon verlangt, dass Medea das Land verlässt. Und Jason fügt sich. Die, die alles für ihn im Stich gelassen hatte, wird nun von ihm im Stich gelassen. Aber Medea fügt sich nicht. Schon winkt ein Rettungsangebot aus Athen. Sie schlägt es aus.
Medeas neue Heimat ist allein die Rache. So groß wie ihre Liebe war, so groß wird nun ihr Hass, so maßlos wird ihr Werk der
Vernichtung.

Die Regisseurin Wihad Suleiman und die Bühnen- und Kostümbildnerin Reem Helou inszenieren in Oberhausen die Geschichte einer Katastrophe. Der uralte Mythos von Medea wird neu erzählt. Als eine Geschichte aus unserer eigenen Gegenwart.

Schauspiel
Großes Haus

Premiere
17.02.2017, 19:30 h

Theater Oberhausen
Will-Quadflieg-Platz 1
46045 Oberhausen