Foto Isabel Machado Rios 

Sophokles

Antigone

Welche Gemeinschaft ersehnt Ihr? Welche bildet Ihr? Glaubt Ihr noch an die Kraft von Versammlungen – so wie wir? Wir laden Euch ein, wir brauchen Euch. Denn Handeln können wir nur aus dem Bund heraus, den wir genau in dem Moment schließen, wenn wir gemeinsam Freiheit ausüben. Endlich sind wir so weit – und wagen das Experiment! Wo und wann immer sich Menschen gegen Repressionen versammelt haben, wir eignen uns deren gesamte Kraft und Euphorie an. Wir speisen ihre Erfahrungen, ihre Taktiken und die Muster aller Zusammenkünfte ein, und: bündeln sie! Ohnmacht und Vereinzelung werden weggefegt. Die Energie friedlicher Aufstände ist nicht verloren, wir geben sie mit vereinter Kraft weiter. Wir können neu denken, neu handeln. Wenn wir ›Wir‹ sagen, ist dies ein Ereignis!

Doch die Bündelung ruft mit aller Wucht auch Verdrängtes, die Fetzen fremder Gefühle und Erinnerungen hervor – ein brutales Erbe von Verbannung, Inzest, Mord und Krieg. Wir durchleben die Geschichte von Antigone, die trotz der verhängten Todesstrafe gegen ein Gesetz verstößt: Sie bestattet ihren Bruder, einen Aufständischen. Die Verdichtung zivilen Ungehorsams? In jedem Fall ein verflucht festes Gefüge des Schreckens. Lässt sich das durch die Jahrtausende weitergegebene, fest verknotete Knäuel von Gemeinschaft, Verwandtschaft und Herrschaft neu entwirren und entwickeln?

Hausregisseurin Babett Grube (*1980) begibt sich in ihren Arbeiten auf die Suche nach konkreten Adressierungen ihres Publikums. Sie entwickelt hierbei eine gleichzeitig schonungslose wie ethische Arbeitsweise. Radikal stellt sie sich den Fragen „Warum jetzt?“ und „Warum hier?“. Mit großem Erfolg: Ihre Inszenierungen wurden zahlreich ausgezeichnet und zu Festivals eingeladen – so gewann „Demut vor deinen Taten, Baby“ von Laura Naumann beim Festival „Radikal jung“ den Publikumspreis 2013. Für „Tigermilch“ nach Stefanie de Velasco wurde sie 2015 für den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ nominiert.

Premiere am 6. Oktober 2017 im Großen Haus
nach Sophokles in einer Übertragung von Frank-Patrick Steckel
Regie: Babett Grube
Bühne: Demian Wohler
Kostüme: Hanne Lauch, Bettina Kletzsch
Dramaturgie: Lucie Ortmann
Mit Torsten Bauer, Christian Bayer, Susanne Burkhard, Burak Hoffmann, Banafshe Hourmazdi und Emilia Reichenbach

Schauspiel
Großes Haus

Premiere
06.10.2017, 19:30 h

Termine

FR, 22.12.2017 19:30 Uhr
Dauer: 1 Stunde 25 Minuten

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MI, 27.12.2017 19:30 Uhr
Dauer: 1 Stunde 25 Minuten

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SA, 20.01.2018 19:30 Uhr
Dauer: 1 Stunde 25 Minuten

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Theater Oberhausen
Will-Quadflieg-Platz 1
46045 Oberhausen