Stanisław Lem

Der futurologische Kongress

Aus Ijon Tichys Erinnerungen

Wer die Sorgen der Erde satt hat, fliege in die Galaxis und gedenke so, das Ärgste zu versäumen. Ijon Tichy hat bisher auf Heimflügen allerdings eher angstvoll durchs Fenster gelugt, in Sorge, statt des Erdballs ein Ding wie eine Bratkartoffel vorzufinden. Und so reist der berühmte Weltraumfahrer nur widerwillig zum achten futurologischen Kongress. Schließlich erwartet die ganze Welt seine Teilnahme.

Während Tichy sich, zunächst nach Ablenkung suchend, im 106-stöckigen Hilton Hotel, in dem der Kongress stattfindet, rumtreibt, kämpft draußen in den Straßen eine rücksichtslose Militärregierung gegen die Aufständischen. Dabei werden chemische Kampfstoffe erprobt. Schnell ist auch das Hotel nicht mehr sicher und die Teilnehmer flüchten – schon unter Einfluss der psychoaktiven Stoffe – in die Kanalisation. Tichy wird nach schweren Verletzungen in Kühlschlaf versetzt und erwacht im Jahr 2039. Alle Probleme scheinen gelöst. Das Zeitalter der Psychemie ist angebrochen und damit die Beeinflussung aller Sinneswahrnehmungen durch chemische Mittel, die ganz die menschliche Existenz durchdringen, so dass es keine Wirklichkeit mehr gibt, die nicht chemisch manipuliert wäre. Schließlich trifft Tichy Professor Trottelreiner vom Kongress wieder und erhält ein Gegenmittel – doch ob dies sämtliche Täuschungen aufzulösen vermag?

Der polnische Autor Stanisław Lem (1921-2006) hat als visionärer Skeptiker für Furore gesorgt. Seine Werke haben Millionen begeistert. Allein in deutscher Übersetzung wurden seit den 1960er Jahren 7,5 Millionen seiner Bücher verkauft. Er gilt weltweit als einer der wichtigsten Science-FictionSchriftsteller. Im 1971 erschienenen Roman „Der futurologische Kongress“ imaginiert Lem den wachsenden Einfluss von Chemie und Technik. Haben wir mit der Narkotisierung längst begonnen, um die Zivilisation zu ertragen?

Regisseur Tomas Schweigen (*1977) greift bevorzugt auf Prosatexte zu und erzeugt mit seinen Inszenierungen spannende Reibungsflächen zwischen Bühnengeschehen und Literatur. 2004 gründete er die Kompanie „Far A Day Cage“. Seine ästhetisch und inhaltlich eigenwilligen Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet und zu zahlreichen Festivals eingeladen. Seit 2015/2016 ist er Künstlerischer Leiter am Schauspielhaus Wien.
Doppelkongress! Gemeinschaftsangebot mit dem Schauspiel Dortmund: Bei Vorlage einer Eintrittskarte für die hiesige Inszenierung erhalten Sie in Dortmund eine Ermäßigung für den „Futurologischen Kongress“ und umgekehrt!

 

Deutsch von Irmtraud Zimmermann-Göllheim. In einer Bühnenfassung von Lucie Ortmann und Tomas Schweigen

Premiere am 2. Februar 2018 im Großen Haus
Regie: Tomas Schweigen
Bühne: Stephan Weber
Kostüme: Anne Buffetrille
Dramaturgie: Lucie Ortmann

Schauspiel
Großes Haus

Premiere
02.02.2018, 19:30 h

Termine

FR, 02.02.2018 19:30 Uhr

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SA, 03.02.2018 19:30 Uhr

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MI, 07.02.2018 19:30 Uhr

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MI, 14.02.2018 19:30 Uhr

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SO, 11.03.2018 18:00 Uhr

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SO, 11.03.2018 19:30 Uhr

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FR, 27.04.2018 19:30 Uhr

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SA, 26.05.2018 19:30 Uhr

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Theater Oberhausen
Will-Quadflieg-Platz 1
46045 Oberhausen