Schuld und Sühne

Wenn Dostojewskis Roman „Schuld und Sühne“ eine Stadt wäre, hätte sie eine bunt gemischte Bevölkerung.
Alt und jung, arm und reich, Autodidakt*innen, Akademiker*innen und Möchtegern-Held*innen – über vierzig Figuren mit unterschiedlichen Überlebensstrategien träfen in dieser Stadt aufeinander.

Der Videokünstler und Regisseur Bert Zander macht aus dem Szenario des Romans ein Filmprojekt, besetzt mit einem Mix aus Ensemble-Schauspieler*innen und Interessierten aus der Stadt, dieser Stadt: Oberhausen.
Alle vierzig Rollen werden bis in die kleinste Nebenrolle besetzt.
Raskolnikow, Jura-Student und Außenseiter: arm, aber sensibel. Er beschließt, eine alte Pfandleiherin umzubringen,woraus ein Doppelmord wird. Doch die erhoffte Verbesserung seiner Situation bleibt aus.
Stattdessen: Zusammenbruch, Paranoia, Schuldgeühle. Die Figuren in Dostojewskis Stadt befinden sich in einem Geflecht aus äußeren Zwängen, innerem Drängen und ideologischer Suchbewegung. Implosion statt Revolution.

Bei so viel Petersburger Misere rattern sofort die Bilder vor dem inneren Auge los. Den ganzen realistischen Plunder lässt Bert Zander aber weg. Er entwickelt eine konzentrierte Version, bei welcher der Blick auf die Figuren gelenkt und die Bildsprache zurückgenommen wird.

Das Arbeiten mit Schauspieler*innen und Oberhausener*innen wird dem Projekt eine ganz eigene Ebene des Realismus verleihen.

Im Januar 2018 findet das erste Casting statt. Melden Sie sich hierfür bitte unter: sasse@theater-oberhausen.de

Bert Zander (*1972) wurde nach einer nicht so erfolgreichen Ausbildung zum Kaufmann einer der gefragtesten Videokünstler des deutschsprachigen Theaters. Seine Arbeiten zeichnen sich durch hohe dramaturgische Klugheit und eine sehr unmittelbare Schönheit aus. Er ist ein langjähriger Weggefährte von Benedikt von Peter, Barbara Frey, Christopher Rüping und Florian Fiedler.

 

Schauspiel
Extras

Premiere
08.06.2018

Termine

FR, 08.06.2018
Theater Oberhausen
Will-Quadflieg-Platz 1
46045 Oberhausen