Gespräch zum Recht auf Trauer

Expert*innengespräch zu „Antigone“
zu Gast: Francis Seeck (Autor*in, Kulturanthropolog*in, Antidiskriminierungstrainer*in) und Eric Wrede (Bestatter)

Ist jeder betrauerbar? An wen wird erinnert? Aktuell werden immer mehr Menschen in Deutschland, für die keine Angehörigen die Bestattungspflicht wahrnehmen (können), ohne Grabstein und Namen, ohne Trauerfeiern von Gesundheits- und Ordnungsämtern bestattet. Oft wurden diese Menschen schon zu Lebzeiten gesellschaftlich marginalisiert. Francis Seeck zeigt in dem Buch „Recht auf Trauer. Bestattungen aus machtkritischer Perspektive“ (2017) den Zusammenhang zwischen Machtverhältnissen, Ausgrenzung und Beerdigungspraktiken auf. Aber Seeck erlebte auch Widerstand auf den anonymen Friedhofswiesen und stellt alternative Initiativen vor.

Eric Wrede ist Bestatter bei lebensnah in Berlin. Er ist aus seinem alten Beruf ausgestiegen, um seine Idee von einem persönlichen Bestattungsinstitut umzusetzen. Abschiede zu begleiten heißt für ihn, nicht nur eine Trauerfeier auszurichten. Es ist die Zeit ab und oft schon die Zeit vor dem Sterben, die wir gestalten können. Was können Hinterbliebene selber machen? Wo können sie dabei sein? lebensnah bestattungen arbeitet mit Transparenz und großer Eigenbeteiligung: Jederzeit besteht die Möglichkeit, den Bestatter*innen „über die Schulter“ zu schauen und da wo Hinterbliebene es wollen, auch zu unterstützen, mitzumachen oder einfach mal den Sarg oder die Urne selber zu bauen.

Das Gespräch findet unmittelbar vor der Vorstellung von „Antigone“ statt und bietet thematische Überschneidungen. Im Anschluss an die Vorstellung gibt es ein Nachgespräch, in das sich Francis Seeck und Eric Wrede ebenfalls einbringen werden.

 

Schauspiel
Pool

Theater Oberhausen
Will-Quadflieg-Platz 1
46045 Oberhausen