Karneval

 

Premiere am 14. Januar 2022 im Großen Haus

„Es geht gar nicht so sehr darum, den Körper zu trainieren, sondern die Sehgewohnheiten“: Eine Konstante In Joana Tischkaus Arbeiten ist es, mit den Sehgewohnheiten der Menschen zu spielen, sie zu überlisten und zu entlarven. So auch in dem von ihr mitbegründeten Deutschen Museum für Schwarze Unterhaltung und Black Music. Hier beschäftigte sie die Fragen: Was sind die Repräsentationen von Schwarzen Menschen in Deutschland? Womit sind wir aufgewachsen? Was sind die Bilder, von denen wir umgeben waren? Die Arbeit an diesem Museum hat sie der Musik unzähliger Schwarzer Schlagerstars aus den 60er und 70er Jahren näher gebracht. Deswegen und wohl auch weil sie als Kind Schlager und Deutschpop liebte – „man konnte die Texte verstehen und lauthals mitsingen“ – lässt sie das Sujet nicht los. Heute ist ihr Gefühl zu Schlager eher ambivalent, weil er Ausschlüsse produziert, Rassismus und Sexismus reproduziert.

In „Karneval" wird sie die Musik und Tradition der deutschen Karnevalskultur als Kulturpraxis ernst nehmen und mit mitreißenden Bildern und Songs zeitgenössisch aufbereiten. Ganz im Sinne von Beyoncés epischen Meisterwerken „Lemonade“ sowie „Black Is King“ werden bekannte Karnevals- und Schlagerpartysongs zu einem Liederzyklus verschmelzen und durch aufwändige Choreographien bebildert. Gleichzeitig wird sie der Frage nachgehen, wie migrantisierte Geschichten und Kulturpraktiken Platz in einer Kultur finden können, die sich zwar als weltoffen bezeichnet, aber durch eine jahrhundertealte Tradition der Ausgrenzung geprägt ist.

Schauspiel
Großes Haus

Premiere
14.01.2022

Termine

FR, 14.01.2022
Theater Oberhausen
Will-Quadflieg-Platz 1
46045 Oberhausen